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Systemische Familientherapie

Die Systemische Familientherapie gewinnt als weiter entwickelte und spezifische Form der Familientherapie mit Multiproblemfamilien in der Jugendhilfe zunehmend an Bedeutung. Der Zugang zu Familien in ihrem Lebensumfeld bietet vielfältige Chancen, Veränderungsprozesse innerhalb der bestehenden familiären Strukturen auf den Weg zu bringen, erwünschte Entwicklungen zu fördern und konstruktive Problemlösungen zu erarbeiten. Jedes System hat gewisse, oft unausgesprochene „Spielregeln“, nach denen es funktioniert und sich stabilisiert.

Hintergründe dieser vielschichtigen Dynamik sind auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Hier setzt die Systemische Familientherapie an und richtet den Blick auf bestehende Muster, Zusammenhänge und Dynamiken des Systems. Durch den gezielten Einsatz von systemtherapeutischen Fragetechniken und Interventionen werden diese Zusammenhänge sichtbar gemacht und bilden somit die Basis von Veränderungsprozessen. Die Familientherapie hilft Familien, das Vertrauen in sich selbst zu verbessern, dabei die eigenen Stärken auszubauen und nicht die Defizite in den Mittelpunkt zu stellen. Die Familien werden als Experten ihrer Lebenssituation angesehen.

Die Systemische Familientherapie findet vorrangig im Haushalt der Familien statt, kann aber, je nach Bedarf und im Sinne des Prozesses, auch in unseren Räumlichkeiten durchgeführt werden. Die Therapeut/innen arbeiten überwiegend zu zweit und schließen bei ihren Gesprächen neben der Familie gegebenenfalls weitere Verwandte sowie Helfersysteme (Lehrer/innen, Erzieher/innen aus Kindergärten, Ärzte/innen etc.) und weitere wichtige Bezugspersonen mit ein.

Ziel
Grundsätzliches Ziel der Systemischen Familientherapie ist es, die Autonomie und den Selbstwert jeder einzelnen Person bzw. jedes Familienmitglieds zu stärken, die Kommunikation und den Austausch zu verbessern und destruktive Beziehungsmuster zu verändern.

Adressaten
Die Systemische Familientherapie richtet sich an Familiensysteme und/oder Teilsysteme. Es wird von dem Gedanken ausgegangen, dass das Verhalten der einzelnen Systemmitglieder (Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister, etc.) das Beziehungsgefüge bestimmt.

Arbeitsweise
Die Systemische Familientherapie ist lösungs- und ressourcenorientiert. Je nach Situation werden die Sitzungen mit dem ganzen System, mit Untergruppen (z. B. nur den Eltern, Geschwistern) oder auch mit einzelnen Mitgliedern durchgeführt. Die Therapeut/innen regen die Familie dazu an, ihre Beziehungsmuster zu fühlen, zu verstehen und über diese zu sprechen. Die Therapie selbst läuft in 4 Phasen ab:

  • 1. Therapiephase: Vorbereitung: Erstkontakt mit dem zuständigen Jugendamtsmitarbeiter und der Familie zur ersten Auftragsklärung und zur Klärung der Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit.
  • 2. Therapiephase: Aufklärung und Ressourcenorientierung Herausarbeitung des Arbeitsauftrages mit der Familie unter Einbezug der vorhandenen familiären Ressourcen.
  • 3. Therapiephase: Problemlösungen/Veränderungen gemeinsam mit dem Familiensystem Entwicklung von konstruktiven Veränderungen, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familientherapie erprobt werden.
  • 4. Therapiephase: Stabilisierung und Abschluss Nutzung der erweiterten Kompetenzen in der Problemlösung und der entwickelten Bewältigungsstrategien der Familie zur Stabilisierung und zur Rückfallprophylaxe. Entlassen des Familiensystems von dem Helfersystem um wieder eigenständig zu leben.

    Systemisches Clearing

    Das Clearing dient in erster Linie einer umfangreichen Systemdiagnostik. Darunter ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen Familiendynamik sowie der bestehenden Ressourcen und Hemmnisse zu verstehen. Gemeinsam mit den Familien, im System wichtiger Personen und in Kooperation mit bereits beteiligten Institutionen (z.B. Schule oder Kinder- und Jugendpsychiatrie) werden Ziele und Zukunftsperspektiven erarbeitet und angemessene Hilfsmaßnahmen zur Erreichung dieser Ziele vorgeschlagen. Ein Bericht, in dem die Ergebnisse detailliert dargestellt werden, sowie ein Gespräch mit der Familie und dem zuständigen Jugendamt bilden den Abschluss des Clearings.

    Das Angebot richtet sich dabei an Familien in akuten oder latenten Krisen bzw. mit scheinbar unüberschaubaren Problemen in verschiedenen Bereichen ihres Lebens. Insbesondere wenn geprüft werden muss, ob ein oder mehrere Kinder weitergehende Hilfemaßnahmen benötigen.

    Das Clearing kann sowohl in den Räumen von mittendrin als auch aufsuchend in der Herkunftsfamilie bzw. dem momentanen Lebensumfeld des Kindes/Jugendlichen stattfinden. Der Zeitraum eines Clearings kann je nach Bedarf variieren, beträgt aber in der Regel den überschaubaren Zeitrahmen von zwei bis vier Monaten.
    Das Clearing findet in Co-Arbeit statt und umfasst folgende Leistungen:

  • Auftragsklärung
  • Zielvereinbarungen
  • Familien- und Einzelgespräche
  • Bei Bedarf klinische Diagnostik in Kooperation mit Institutionen der Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Systemische Verhaltensbeobachtungen
  • Explorationen im sozialen Umfeld
  • Zusammenarbeit mit dem bisherigen/aktuellen Helfersystem Konkrete weiterführende Empfehlungen zu passenden Hilfemaßnahmen
  • Dokumentation (Clearingbericht)

    Zeitrahmen

    Die Dauer der/des Systemischen Familientherapie/Clearing/Reintegration schwankt je nach Indikation und Problemstellung, wobei die Sitzungen in den Abständen stattfinden, die der Prozessverlauf erfordert. Der Umfang ergibt sich aufgrund der im Hilfeplan vereinbarten und beschriebenen Leistung und richtet sich nach dem Bedarf der Familie.

    Formelle Hilfeform und rechtliche Grundlage:
    Ambulante, familientherapeutische Hilfe nach §§ 27 (3), 35a und 41 SGB VIII



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  • Psychologische Beratung, Diagnostik und Clearing

    Vielfach wird – auch unter der Zuhilfenahme von weiteren Modulhilfen – die Einleitung, Durchführung und Erreichung von Hilfezielen im Rahmen von sozialpädagogischer Familienhilfe dadurch erschwert oder blockiert, dass Eltern, Elternteile oder weitere Familienangehörige eine psychische Erkrankung aufweisen, Drogen- bzw. Alkoholproblematiken oder weitergehende Belastungsfaktoren bestehen, welche das Familiensystem nachhaltig erschüttern. Über diesen Aspekt der geminderten innerfamiliären Stabilität hinaus stellt sich im Rahmen der Hilfeplanung auch immer die Frage, ob die beteiligten Kinder in dem Familiensystem dadurch in ihrer eigenen psychischen und emotionalen Entwicklung beeinträchtigt werden. Vor diesem Gesamthintergrund wird den beteiligten Familien das Angebot psychologischer Unterstützung durch einen Diplom-Psychologen unterbreitet. Diese Unterstützung ist befristet angelegt und dient der Erlangung bzw. Wiedererlangung einer tragfähigen Hilfeplanumsetzung sowie der Entwicklung bewältigbarer Lösungswege. In besonderen Komplexlagen wird zusätzlich ein umfassenderes Clearing zur Identifizierung der zugrundeliegenden psychodynamischen Prozesse angeboten.

    Ausgangsproblematiken

    Als typische Ausgangsproblematiken sind hier insbesondere zu nennen:
  • psychische Erkrankung der Eltern, eines Elternteiles oder von Familienangehörigen
  • Suchtmittelabusus
  • Aggressionsbereitschaft
  • Mehrfachproblemlagen aufgrund von Doppeldiagnosen und/oder unklaren Zustandsbildern
  • akute krisenhafte Zuspitzungen in der aktuellen Lebenssituation der Familie
  • Beziehungsstörungen auf der Elternebene

    Unterstützungsziele und -maßnahmen

    Die Unterstützungsziele und -maßnahmen werden gemeinsam mit den Beteiligten und bezogen auf die jeweilige individuelle Ausgangssituation behutsam und unter Wahrung der persönlichen Autonomie entwickelt und kontinuierlich im Rahmen des Hilfegeschehens überprüft. Insbesondere geht es um folgende Leitziele und Unterstützungsangebote:

  • Motivierung zur Veränderungsbereitschaft und zur Inanspruchnahme weitergehender fachlicher Hilfen
  • Unterstützung bei der Überleitung in regionale und / oder überregionale Hilfesysteme (Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapeut, Beratungsstellen und weitere ambulante bzw. komplementäre Dienste) und Begleitung dahin
  • Im Falle vorhandener therapeutischer Anbindung: Unterstützung beim Transfer, d.h. bei der Vor- und Nachbereitung von therapeutischen Empfehlungen in den Lebens- und Familienalltag zur Sicherung des Therapieerfolges
  • Unterstützung bei der Überbrückung von Wartezeiten bis zur Aufnahme weitergehender fachlicher Hilfen
  • Kooperation mit Fachdiensten
  • Sensibilisierung und Ermunterung zur Veränderungsbereitschaft im Falle hindernder Faktoren z. B. fehlende Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft, unregelmäßige Medikamenteneinnahme, hohe Ängste und Widerstände

    Settings

    Die psychologische Unterstützung findet - abhängig von dem konkreten Lebenskontext und der vorliegenden Problemkonstellation - aufsuchend, in den Räumen der pädagogischen Praxis oder in Form einer Begleitung statt. Oft sind zunächst nur aufsuchende Besuche im vertrauten häuslichen und damit Sicherheit gebenden Rahmen angezeigt. Folgende Settings kommen in der Regel in Frage:

  • Einzelberatung
  • Paarberatung (möglich auch als Tandemberatung)
  • Familiengespräche
  • Begleitungen
  • Kriseninterventionen

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  • Lerntherapie - systemische Kinder- und Jugendlichentherapie
    Supervision

    Der durchgehend systemische Ansatz

    Die Grundsätze des systemischen Ansatzes durchdringen alle angebotenen Bereiche. Klare und erstrebenswerte Zielfindungen, Ressourcenaktivierung und Perspekivenwechsel machen eine reflektierte und optimierte Umgehensweise mit Herausforderungen möglich. (Ausführlichere Darstellung siehe Kapitel Systemische Familientherapie)

    Lerntherapie

    Auf lerntherapeutische Interventionen sind zunehmend mehr Kinder- und Jugendliche angewiesen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig – es können spezifische, klar umrissene Beeinträchtigungen wie bei Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegen, so dass trotz aus- reichender Beschulung das Lesen, Schreiben und/oder Rechnen nicht in ausreichendem Maße erworben werden kann. Auch können Aufmerksamkeitsdefizite oder generelle Ängste dazu führen, dass Lernangebote, gerade in Schule, nicht mehr ausreichend angenommen und umgesetzt werden können. In der Regel sind dieses jedoch Folgestörungen, in seltenen Fällen finden sich Komorbiditäten. Damit wird Lerntherapie vor allem eingesetzt bei Auffälligkeiten durch:

  • Legasthenie
  • Dyskalkulie
  • Hochbegabung
  • AD(H)S

    Es beginnt häufig ein Teufelskreis negativer Erfahrungen, in dem das Selbstbild der Kinder und Eltern genauso wie Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe betroffen sind. Lerntherapie unterbricht den Teufelskreis an verschiedenen Stellen und baut alternative Strategien auf, mit denen den Bereichen Lernverhalten, dem Lesen, Schreiben oder Rechnen, der Motivation etc. begegnet werden kann.

    Ziele von Lerntherapie

    Im Bereich von spezifischen Störungen der Schriftsprache und bei Dyskalkulie ist es Ziel, die Teilkompetenzen in diesem Bereich soweit aufzubauen, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben des betroffenen Kindes adäquat, das heißt den sonstigen Fähigkeiten entsprechend, möglich wird. Beide Diagnosen beinhalten eine gegebene Diskrepanz zu allgemeinen Fähigkeiten; Ziel ist es, die Diskrepanzen durch Stärkung der Kompetenzen (Lesen/Schreiben/Rechnen) zu verringern und gleichzeitig eine Akzeptanz dessen in verschiedenen Systemen Schule und Familie zu schaffen. Bei dauernder Unterforderung und fehlenden Lernstrategien aufgrund besonders hoher Begabungen ist es das Ziel, das eigene Lernen zu reflektieren, Wege in adäquate Lernanforderungen gemeinsam mit Schule zu finden und das Selbstkonzept günstig zu entwickeln.

    Adressaten

    Spezifische Lerntherapie richtet sich an Kinder mit bereits diagnostizierter LRS oder Dyskalkulie oder Kinder, deren gezeigte Leistungen aufgrund einer dauerhaften Unterforderung weit unter den zu erwartenden Leistungen liegen. Eine normalerweise ausreichende Förderung im schulischen Rahmen hat bei diesen Kindern keine Erfolge gebracht, weswegen eine Einzeltherapie indiziiert ist.

    Arbeitsweise

    Die Arbeitsweise richtet sich sehr individuell nach dem Kind. Im Bereich des Lesens und Schreibens wird ein effzienzbasiertes Vorgehen nach strikten psycholinguistischen Kriterien mit einem Training der betroffenen phonologischen Bereiche durchgeführt. Die Kinder arbeiten grundsätzlich an der Nullfehlergrenze, um das Selbstbewusstsein auf- zubauen. Je nach Kind kann spielerisch oder äußerst verschult vorgegangen werden. Auch die Therapie des Rechnens geschieht effizienzbasiert. Die Arbeit wird regelmäßig durch entsprechende Testverfahren überprüft. Daneben zählt die Stärkung des Familiensystems, welches häufig durch negative Lernsituationen extrem leidet, Training von Lernstrategien und Einübung alternativer Lernsituation sowie Schulberatung als Grundlage, um aus dem Teufelskreis Lernstörung herauszufinden. Eltern können, müssen aber nicht an den Stunden teilnehmen und werden für den Umgang mit Widerständen und Fehlern in häuslichen Lernsituationen geschult. Parallel kann individuelle Lerntherapie auch in Schule stattfinden, sofern die Rahmenbedingungen dies erlauben oder erfordern (wenn etwa davon ausgegangen werden muss, dass außerschulische Termine von der Familie nicht eingehalten werden können).

    Eingesetzte Methoden
  • Umfassende Förderdiagnostik mit jeweils passenden ausreichend normierten Lese- Rechtschreibtests, Mathematiktests und Mathematikscreenings
  • Lerntherapeutsche Materialien, die den Qualitätskriterien des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie entsprechen
  • Förderspiele
  • Arbeiten an der Null-Fehler-Grenze
  • systemisch orientierte Gespräche
  • Lernen kennen lernen und Lernen lernen
  • Einführung in die englische Linguistik und alternative Möglichkeiten des Englisch- Sprach-Erwerbs
  • Lernen am Modell

    Formelle Hilfeform und rechtliche Grundlage
    Rechtliche Grundlage zur Finanzierung einer Lerntherapie ist § 35a Abs. 1a SGB VIII

    Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie nach dem Ansatz von «Ich schaff’s»®

    Grundhaltungen dieses Ansatzes sind die oben genannten ressourcenhingewandten und von individuell konstruierten Wirklichkeiten ausgehenden Annahmen. Das «Ich schaff’s»® Programm, das auf Ben Furman zurückgeht, umfasst 15 konkrete Schritte, die zu notwendigen Fähigkeiten führen, um das anfangs gefundenen Ziel mit den Kindern und Jugendlichen zu erreichen. Das Angebot ist im Rahmen dieser Praxis als Kurzzeitintervention gedacht.

    Formelle Hilfeform und rechtliche Grundlage
    §27 (3) SGB VIII
    §41 SGB VIII

    Supervisionen

    Alle Werkzeuge des systemischen Ansatzes eigenen sich für Einzel- und Teamsupervisionen. Durch spezifische Fragetechniken, Skulpturarbeit, Visualisierungen, Zeitreisen und weitere Techniken können Fälle und Fragestellungen reflektiert und das zukünftige Handeln optimiert werden.

    Therapeuten

    Die Therapeutin ist ausgebildete Dyslexietherapeutin® und in Ausbildung zur Dyskalkulitherpeutin® nach den Kriterien des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie. Zusätzlich ist sie systemische Kinder- und Jugendlichentherapeuten (DGSF) und in Fortbildung zum «Ich schaff’s»® Coach und hat in einem Zusatzstudium in Münster das ECHA-Diplom (Specialist In Gi et Education) erworben. Sie ist seit vielen Jahren in eigener Praxis tätig, die neben Einzeltherapien die LRS-Förderung, Fortbildung und Beratung an verschiedenen Schulen und Erfahrungen im Rahmen der Flexiblen Familienhilfe und des Clearings beinhaltet. Die Therapeuten ist anerkannt vom Bundesverband Legasthenie und Mitglied im FiL (Fachverband integrative Lerntherapie), sowie aktives Mitglied der DGhK (deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind).

    Zeitrahmen

    Grundsätzlich ergibt sich die Dauer aufgrund der im Hilfeplan vereinbarten und beschriebenen Leistung und richtet sich nach dem Bedarf der Familie. Die Dauer einer Lerntherapie schwankt dabei und ist nicht vorherzusehen. In der Regel beträgt sie zwischen einem und drei Jahren. Das Kurzzeitinterventionsprogramm «Ich schaff’s»® ist zeitlich variabel, grundsätzlich sind etwa fünf Termine vorgesehen. Fortbildungen und Supervisionen in den Bereichen Hochbegabung und Legasthenie für Lehrkräfte auch einzelner Schüler/innen finden nicht unter drei Stunden, mitunter auch regelmäßig statt.



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  • Familienmediation

    Mediation bedeutet «Vermittlung» und stellt ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren der einvernehmlichen Konfliktlösung zwischen streitenden Parteien dar. Dieses Verfahren hat sich in den letzten Jahren zu einem hochwirksamen Instrument entwickelt, da es die Interessen aller Beteiligten einbezieht. Gerade wenn Streitende darauf angewiesen sind miteinander auszukommen, sei es beruflichen oder privat, bietet das Mediationsverfahren die Chance einer dauerhaft tragfähigen und einvernehmlichen Lösung. Mediation findet Anwendung zum Beispiel bei:

  • Sorgerechtsstreitigkeiten
  • Trennung und Scheidung
  • Umgang
  • Unterhalt

    Die Mediatorin ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis. Sie führt die Parteien durch die Mediation und hilft ihnen eigene Lösungen zu erarbeiten und eine gemeinsame Vereinbarung zu treffen. Im Gegensatz zu einer gerichtlichen Entscheidung werden in der Mediation die Bedürfnisse und Interessen der Beteiligten hinterfragt und nach einer Lösung gesucht, die diese berücksichtigen. Eine gemeinsam erarbeitete Vereinbarung wird von den Betroffenen eher akzeptiert als eine gerichtliche Entscheidung und bietet deshalb die Chance einer größeren Nachhaltigkeit.

    Mediationsphasen

    Vor der ersten gemeinsamen Sitzung werden mit den Medianten Einzelgespräche geführt, um die Freiwilligkeit der Teilnahme zu erfragen und den Ablauf der Mediation zu erklären. In der Mediation werden fünf Stufen der Konfliktbearbeitung angeboten:

  • 1. Phase: Einleitung: Den Medianten wird der Ablauf des Gesprächs erklärt. Dabei ist die Darstellung der Rolle der Mediatorin von besonderer Bedeutung. Falls erforderlich werden «Spielregeln» miteinander verabredet.
  • 2. Phase: Themensammlung: Die Streitpunkte werden benannt und konkretisiert. Die Aufgabe der Mediatorin ist es, die genannten Themen zusammenzufassen und ggf. positiv umzuformulieren.
  • 3. Phase: Interessen und Bedürfnisse: In diesem Schritt sollen die Medianten ihre Interessen und Bedürfnisse, die oft versteckt hinter den Streitpunkten liegen, erkennen und ausdrücken. Anschließend wird ein wechselseitiges Verstehen der Interessen der anderen Partei angeregt. Dadurch wird die Basis für eine gemeinsame Suche nach Lösungen angelegt.
  • 4. Phase: Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten: Dieser Teil der Konfliktbearbeitung soll zahlreiche Lösungsideen hervorbringen, die frühere enge Sichtweisen ablösen können. Der Kreativität der Parteien ist keine Grenze gesetzt, dadurch werden auch neue, bisher nicht bedachte Lösungsmöglichkeiten entwickelt.
  • 5. Phase: Vereinbaren: Ziel ist eine an den Interessen und Bedürfnissen orientierte verbindliche Regelung der Konfliktthemen. Die Parteien unterbreiten sich gegenseitige Angebote und verfeinern diese so, dass eine einvernehmliche Lösung erzielt werden kann.

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